Unvergesslich, so sind die Flüchtlinge in Jordanien…

Zunächst danke und lobe ich Allah und bedanke mich auch herzlichst beim Verein Rahma Austria, dass ich solch eine Erfahrung machen durfte. Außerdem danke ich denjenigen, die Rahma Austria ihre Spende für Opfertiere und sonstigen Gaben anvertraut haben. Denn die Verteilung dieser Spenden war der Grund für unsere Reise und unseren Besuch.

Am ersten Tag des Opferfestes besuchten wir ein Waisenhaus in der Stadt Amman. Die meisten der Kinder waren palästinensischer Herkunft, aber es gab auch einige aus Syrien. Eines der vielen Kinder dort ist mir besonders aufgefallen. Es war offensichtlich, dass dieser Junge neu in dem Waisenhaus war. Er muss ungefähr 11 Jahre alt gewesen sein. Er hatte eine jüngere Schwester und einen jüngeren Bruder und versuchte ihnen gegenüber seine Pflichten als großer Bruder zu erfüllen. Dennoch muss er vielleicht auch manchmal die Rolle des Vaters und der Mutter einnehmen. Vor kurzer Zeit flüchteten sie aus der syrischen Stadt Daraa und machten sich auf den Weg hierher.

Anderen Kindern konnte man ansehen, dass sie schon länger in dem Waisenhaus lebten. Sie hatten sich bereits eingelebt, waren die Atmosphäre dort gewöhnt und feierten das Opferfest. Es war schwierig für mich bei diesem einen Kind, dem großen Bruder, ein Lächeln im Gesicht zu finden. Als ich ihn genauer betrachtete, konnte ich sogar sehen, dass seine Augen geschwollen waren. Höchstwahrscheinlich hatte er vor kurzem geweint. Wer weiß, was sich in seinen Gedanken abspielte...

Im Waisenhaus haben wir die Geschenke, die dank eurer Spenden für die Kinder möglich gemacht wurden, vorbereitet und verteilt. Die Freude in ihren Gesichtern hat uns selber auch aufblühen lassen.

Nachdem wir die Geschenke und das Fleisch verteilt und die Festtagswünsche überbracht hatten, machten wir uns auf den Weg ins Zentrum der Stadt Amman, wo sich ein Flüchtlingslager befindet. Die Geschichte dieses Lagers reicht bis zum ersten Krieg in Palästina zurück und bietet den Menschen, die dort hinkommen, seitdem eine Bleibe. Auch dort übergaben wir eure Spenden in Kuverts an bedürftige Familien. Wir haben Familien kennengelernt, deren Lebensumstände so miserabel sind, dass man sie kaum in Worte fassen kann. Denken sie an eine Mutter mit drei Kindern, deren Vater vor Jahren verstorben ist. Sie arbeitet nicht. Monatlich muss sie 140 Dinar an Miete zahlen, wobei sie nur 150 Dinar zur Verfügung hat, die sie aus Spendengeldern von Hilfsorganisationen bekommt. Nur 10 Dinar bleiben ihr und den Kindern für den restlichen Monat. Und damit sollen sie überleben… Das Erstaunliche an diesen Familien ist, dass sie sich trotz ihrer miserablen Lage nicht beschwerten. Im Gegenteil. Sie zeigten sich sogar sehr dankbar und hatten eine positive Einstellung zum Leben. Im Vergleich dazu kennen wir Familien in Europa mit viel angenehmeren Lebensumständen, die aber trotzdem unzufrieden und vielleicht sogar undankbar sind und sich ständig über ihr Leben beklagen.

Den ersten Festtag haben wir hauptsächlich mit der Geschenke- und Fleischverteilung verbracht. Am zweiten Tag haben wir die Flüchtlingslager (bzw. die Zelte) an der syrischen Grenze besucht. Dort fragte ich mich, ob es überhaupt Menschen geben kann, deren Zustände noch schlechter waren als die der Menschen, die ich am ersten Tag kennenlernte. Es war und ist immer noch schwierig, nicht in Tränen auszubrechen. Die Menschen leben in Zelten und sind auf Wasser angewiesen, welche sie in großen Wasserkanistern aufbewahren. Ich habe mich gefragt, was diese Menschen wohl essen und trinken? Wir waren im Sommer dort, doch wie sollen sich die Menschen im Winter wärmen und die Kälte überleben? Wie sollen sie sich vor Regen und Unwetter schützen? Als ich das Leben der Menschen dort sah, dachte ich, dass ich aus einer anderen Welt komme und wer hier lebt, nichts vom Leben hat.

Sehen sie sich dieses Mädchen an. Das Dach ihrer Bleibe (ihres Zeltes) ist kaputt! Manchmal denken wir doch über neue Farben und Modelle unserer Hauswände nach! In solchen Momenten sollten wir uns dieses Bild vor Augen halten. Waren unsere Wände jemals in diesem Zustand? Tragen diese Menschen irgendeine Schuld an den Kriegen? Was haben sie denn getan? Dieses Mädchen kann nicht in die Schule, weil es keine gibt. Ihr Spielzeug sind einfache Steine, die sie findet.

Wir haben Unterkünfte gesehen, die nicht verschlossen werden konnten. An ihnen hätte nicht einmal eine Klingel angebracht werden können. Diese Zustände erlauben es den Menschen dort nicht, über verschiedene Wandfarben nachzudenken. Solche Optionen haben sie gar nicht. Denn ihr Schicksal ist es, in diesen Zelten zu leben. Vielleicht gibt es sogar Kinder, die nicht einmal träumen können.

Wir hatten die Möglichkeit, an diese Menschen Geschenke und Fleisch zu verteilen. Vielleicht scheinen euch eure Spenden wenig und klein, aber sie sind für diese Menschen etwas Großartiges und Wichtiges.

An den verbleibenden Tagen haben wir weitere Waisenhäuser und bedürftige Familien besucht und sie mit euren Spenden beschenkt und erfreut.

Dem Verein Rahma Austria und Euch, den Spendern und Spenderinnen, danke ich von Herzen und ich bin froh, dass diese Menschen von Euch unterstützt werden.

Emrah Tekin

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